Eine gute Zeit







Feier zum 25. Jahrestag des Mauerfalls am Anleger Hitzacker

Lange Zeit war die Elbe nach dem Krieg ein nahezu unüberwindbarer Grenzfluss gewesen. Bei der Feier am Mittwoch den 19.11.2014 erschienen rund 500 Gäste zum Gedenken des Mauerfalls vor 25 Jahren am Anleger in Hitzacker. 

Feier zur Grenzöffnung und Ende der DDR am Anleger in Hitzacker

Vor 25 Jahren waren bereits am 18.November 1989 hunderte von Menschen aus den umliegenden Ortschaften gekommen, weil sie gehofft hatten, die Grenze würde geöffnet. Doch die Grenztruppen hatten keinen Befehl, und so mussten die Menschen wieder abziehen. Auch die Fähre 'Drawehn', die der Hitzackeraner Michael Breese eigens aus Hamburg organisiert hatte, kam nicht zum erhofften Einsatz und musste wieder in den Hafen zurückkehren.

Am nächsten Tag, dem 19.November 1989, gab es dann aber kein Halten mehr.  Der Kompaniechef der Grenztruppen, ein Offizier namens Rakow, gab den Befehl, das Tor des Grenzzaunes aufzuschließen  und die Menschen zum Ufer hinabzulassen. Er soll das auf seine eigene Kappe genommen haben; eine Order von seinen Vorgesetzten gab es nicht. An Bord der Fähre 'Drawehn' waren Kameraleute vom ZDF, deshalb verlief die Grenzöffnung ordentlich und gesittet. Eine Frau namens Emma Witte war die erste, die durch das Tor ging. Sie war damals über 80 und niemand wusste, wie lange sie noch leben würde.

Bereits am 20. November 1989 hatten die DDR-Grenztruppen einen improvisierten Grenzübergang in Bitter errichtet, aus LKW-Anhängern, die man von einer benachbarten LPG geholt hatte. Dieser Grenzübergang hatte eine ganze Weile Bestand. Durch ihn mussten auch die ersten Hitzackeraner hindurch, als am Heiligabend 1989 die Grenze auch für BRD-Bürger durchlässig wurde. Bis dahin durften nur die DDR-Bürger aus- und dann wieder einreisen.

Hitzacker und der Ort Kaarßen haben am Mittwochabend den 19.11.2014 gemeinsam den 25. Jahrestag des Mauerfalls und das Ende der DDR gefeiert. Fackeln säumten den Weg zum Anleger, wo mit Musikbegleitung von der Blaskapelle Kaarßen und dem Posaunenchor der Johanniskirche Hitzacker den Reden zum Jahrestag gefolgt wurde. Der erste richtig kalte Novemberabend wurde freundlicherweise nicht noch durch einen scharfen Elbwind getrübt, die freiwilligen Feuerwehren von Hitzacker, Kaarßen und Lübtheen hatten für Licht und das leibliche Wohl gesorgt, Kaarßens Bürgermeisterin Gritt Richter, Hitzackers Bürgermeister Holger Mertins und der Leiter des Alten Zollhauses Klaus Lehmann konnten über den Zuspruch zufrieden sein.

Um einen kleinen Eindruck von den Zuständen bei der Maueröffnung im November 1989 zu bekommen, kann man auch mal hier auf damals-im-wendland schauen.